Tag 4 die Queen Mary 2
Heute ist der große Tag, die QM 2 kommt um 05:00 Uhr nach Hamburg.
Auf Grund der Uhrzeit und des Umstandes, das wir den Bereich der Landungsbrücken befahren müssten, beschließen wir die QM 2 nicht bei Schulau ( Begrüßungsanlage ) zu empfangen.
Stattdessen legen wir pünktlich um 09:00 Uhr ab.
Es geht zum ersten Treffen mit ihre Majestät, der Königen der Meere.
Die Fahrt von unserer Marina bis zum Liegeplatz der QM 2 dauert nur 20 Minuten. Schon von weitem ist der Riese aus Stahl zu erkennen.
Da wir bis auf ein Polizeiboot die Einzigen hier auf dem Wasser sind, passieren wir die QM 2 gleich drei mal.
Die Auslöser unsere Fotokameras klicken ununterbrochen. Ein letzter Gruß für heute morgen an die wache schiebende Polizei von Marlis und es geht weiter zum City Harfen.
Nach einem kleinen Bummel und einem Snack geht es durch die Speicherstadt und über „ Lidel „ in unsere Marina.
Da wir das Auslaufen der QM 2 life erleben wollen, ist nun bis 20:00 Uhr Landgang für alle angesagt.
Um 20:10 Uhr laufen wir wieder aus. Im Südwest-Hafen gegenüber der QM 2 ist schnell ein Liegeplatz gefunden.
An zwei nebeneinander liegenden Schublinern lässt es sich gut anlegen!
Denkste -denn damit fing der nächste Ärger an.
Wir hatten es uns gerade mit Getränken, Salzstangen und sonstige Leckereien gemütlich gemacht, da nahte das Unheil.
Im Fahrwasser der Elbe erschien ein Schubverband. Als er auf Höhe des Südwest-Hafenbeckens war, drehte er bei.
“ Was macht der da? Will der uns versenken?“
Nach einigen Manövern dich an unserem Liegeplatz machte die Crew ihre zwei Schubliner an der Kaimauer fest.
Damit aber nicht genug. Jetzt kam das Motorschiff noch dichter an uns heran. Seine Schrauben waren höchstens 5 – 6 Meter von uns entfernt.
Nun gerieten wir in Panik.
"Schnell, leinen los und weg hier" rief ich.
Das Ablegen dauerte -wie mir vorkam- keine 30 Sekunden.
Weg, nur weg hier.
Das Motorschiff koppelte einen der eben gebrachten Subverbände wieder an und fuhr von Dannen.
Wieder mutig geworden, legten wir nun an den neu festgemachten Schubliner an.
Zu allem Überfluss hat es nun angefangen wie aus Kübeln zu regnen.
Jutta das arme Mädchen hielt die Backbord Persenningöffnung wohl 2 Stunden hoch damit wir anderen etwas sehen konnten.
Ab 22:00 Uhr wird der Verkehr vor der QM 2 sehr rege.
Barkassen, Sportboote und ein Schaufelraddampfer kreuzen vor dem Luxusliner.
Wie bestellt, hört der Regen mit Beginn des Feuerwerks und dem Auslaufen des Schiffs auf.
Wir, das heißt Rita, geben seit dem Dunkelwerden geheime Leuchtzeichen. Sie schwenkt eine im Sonderposten Markt gekaufte Partybeleuchtung wie wild hin und her.
Man kann auf der QM 2 beobachten, das die Zeichen gesehen werden.
Wie uns später von „ Hatschi „ ( Hatschi ist das Boot neben uns in der Marina. Seine Besatzung heißt für uns auch Hatschi ) mitgeteilt wurde, hat man uns für Amerikanische Polizei oder so gehalten.
Vielleicht sind wir ja noch anderen aufgefallen, würde mich über ein der Leser hier Feedback freuen.
Natürlich haben wir spaß, das wir aufgefallen sind.
Die Nachtfahrt in die Billwerder Bucht war der krönende Abschluss des Tages.
Halt, natürlich gab es auch noch um 23:30 Uhr den obligatorischen Anlegeschluck!


Tag 5 Fahrt durch die Ilmenau
Heute soll es die Ilmenau bis Lüneburg hoch gehen.
Ein Unterfangen, das zeitlich nicht funktionieren konnte.
Die Mädels hatten sich mal wieder verspätet.
Gut, das Marlis und ich schon Gefrühstückt hatten. Als die restliche Crew eintraf, konnten wir sofort ablegen.
Um 10:15 Uhr ging es los.
Da wir im Segel-Club-Harfen Vierlande noch einen Tagesgast ( Gerda ) an Bord nehmen wollten, lief uns die Zeit weg.
Die Fahrt mit auflaufendem Wasser gefiel nicht nur dem Käpten. Auch Twister erreichte gegen Strom Geschwindigkeiten von bis zu 16 Km/h.
Bald war die Mündung des Flüsschen Ilmenau bei Elbe Km 596 erreicht.
Steuerbord unter dem Sperrwerk hindurch und sofort geraten wir in ruhiges Fahrwasser.
War die Fahrt über die Dove-Elbe schon sehr schön, die Ilmenau ist noch erholsamer.
Mich überraschte die große Wassertiefe, es sind teilweise mehr als 5 Meter. Natürlich zeigt der Wasserstand ( HW ) in der Elbe hier noch Wirkung.
Ich beneide die Angler am Ufer ein wenig. Bin ich doch auch mal intensiv dem Angelsport verfallen gewesen.
In der ersten Schleuse angekommen, rächt sich das späte Ablegen vom Morgen.
Der Schleusenwerter fragt uns nach dem Woher und Wohin? Als wir ihm sagen, wir möchten heute noch nach Lüneburg und zurück, muss er Lachen. Er erklärt uns, das die drei Historischen Schleusen bis Lüneburg nur bis 16:00 Uhr geöffnet sind.
Da es jetzt bereiz 13:30 Uhr ist, können wir unseren Versuch bis nach Lüneburg zu kommen, hier getrost abbrechen.
Leider ist die Schleuse nur 6 Meter breit. Twister aber 6,8 Meter lang. Also rückwärts gegen seitlichen Wind von Steuerbord aus die Schleuse raus.
„ Passt auf, im Bereich der Poller liegen dicke Steine im Wasser die man nicht sehen kann“! ruft uns der Schleusenwärter zu.
Der zweite Versuch klappt, wir laufen auf keine Hindernisse auf.
Wieder vermissen wir Anlegemöglichkeiten am Ufer um eine Rast zu machen.
Auch liegt kein Lokal oder der Gleichen am Fluss.
Lediglich die Kaimauer eines wohl nicht oder nur selten benutzten Abstellgleis der DB bietet sich zum festmachen an.
Wir nehmen die Gelegenheit wahr und legen hier eine Kaffeepause ein. Der mitgebrachte Kuchen ist schnell verputzt.
Danach heißt es Leinen los, weiter geht’s. Am Sperrwerk angekommen geht es mit dem Ablaufendem Wasser in die Elbe zurück.
Da passiert es, unser heutiges „ Tagesereignis“.
Bei Km 602 laufen wir auf etwas auf.
Trotz Höchstwasserstand und 2,4 Meter Wasser unter dem Kiel löst der Tiefenmesser Flachwasseralarm aus.
Dann geht es ganz schnell.
Rums, das Boot hebt sich Achtern kurz an und -drüber weg!
Alle schauen sich an!!????!!
Was war denn das? Vielleicht eine Buhne aus Steine? Liegt wohl am nächsten!
Zu allem Überfluss ertönt nach ca. 5 Minuten auch noch der Bilgenalarm!
WASSEREINBRUCH!!!
Wieder die schon bekannte Stille im Boot.
Selbst der Käpten kommt einen Augenblick ins Schwitzen.
Sofort übernimmt Marlis das Steuerruder und ich öffne die Abdeckung über der Bilge.
Falschalarm, kein übermäßiges Wasser in der Bilge. Die ca. 4 – 5 cm Wasser sind normal.
Der Alarm kam wohl durch den Wellengang auf der Elbe und dem dadurch entstandenem Spritzwasser in der Bilge zustande.
Christa wird die Sache jetzt aber doch zu heikel;
“ Macht es dir was aus mir eine Schwimmweste zu geben“?
Natürlich nicht, dafür sind die ja da!
Die Anderen an Bord schauen sich an und fangen an zu lachen.
Klick, klick, das muss im Bild festgehalten werden.
Ist ja auch zu lustig; Gerda links, Jutta rechts und Christa mit der gelb/orange Schwimmweste in der Mitte.
Als Christa auffällt, das sie ja das Wichtigste nicht gesichert hat, nämlich ihre Handtasche, muss auch sie lachen.
Nach kurzer Zeit wird es ihr in der Schwimmweste zu warm und sie zieht sie wieder aus!
Schnell wird noch eine MMS mit dem Foto von Christa in der Schwimmweste an Siegfried, ihrem Schatz in Gronau, gesandt.
Auch teilt der Käpten ihm mit, das Christa über Bord und abhanden gegangen ist.
Seine Antwort aus Gronau:
„ Trinkt euch nen Schnaps drauf „.
Währe noch zu klären, ob Siegfried weiterhin den Status „ Schatz „ bei Christa geniest.
Im Segel-Club-Harfen Vierlande angekommen, verläst Gerda schweren Herzens das Boot. Sie versichert uns einen so schönen Tag schon lange nicht mehr verlebt zu haben.
Lustig und ohne weitere „ Aufläufe „ geht es nun weiter bis in den Heimathafen.


Eigentlich sollte hier nun Ende sein aber: die Mädels haben mich überredet, noch einen Tag länger im schönen Hamburg zu bleiben.
Da am folgenden Tag auch noch Hamburger Dom ( Kirmes ) ist, bleiben wir halt noch einen Tag.
Tag 6 Hafenrundfahrt und Dom
Heute wird es ein wenig Ruhiger angehen gelassen, Denkste!!
Das Frühstück ist wie jeden Tag super.
Um 11:00 Uhr wird locker abgelegt und es geht anfangs wie am 1. Tag durch die Häfen.
Als wir im Bereich der Ellerholzschleuse sind, sehen wir wie eine Barkasse dort einfährt.
Ich mache über UKW Kanal 13 ( die 13 hätte uns schon stutzig machen müssen ) die Anfrage ob wir mit einfahren dürfen.
" Gebt Gas, auf der anderen Seite warten schon wieder welche" tönt es aus der Funke.
Hebel nach Vorne und hinterher.
Als wir so in der Schleuse dümpeln hört Marlis, wie der Barkassenkapitän über sein Mikro zu seinen Fahrgästen sagt: " Ha, die ( damit meinte er uns ) schaukeln schon seit drei Tage hier im Hafen rum. Nun wagen sie sich das erste Mal in die Schleuse".
Wenn der wüste was wir schon alles durchgemacht haben, er würde anders über uns reden!
Der Bereich hinter der Schleuse, Ellerholz,- Kaiser Wilhelm,- Kuhwerder- und Werfthafen ist sehr unruhig.
Auf Funk bekamen wir folgenden Spruch eines uns unbekannten Funkers mit:
" Die schippern zur Beerdigung".
Währe noch zu klären, meinte der uns?
Aber dann, oh weh, müssen wir wieder durch die Elbe zum Stadthafen.
Da ich aber heute weiß was uns bevorsteht, bin ich vorbereitet.
Die Wellen rütteln uns durcheinander. Allen, bis auf Marlis, macht das heute nicht viel aus. Aber trotzdem sind wir froh, als wir die Stadt-Marina erreichen.
Im Bereich der Landungsbrücken feiern die Hamburger ein großes Astra Fest. Da wir aus dem trinkfesten "Bieranbaugebiet" Münsterland kommen, machen wir da natürlich mit.
Dann geht es ab auf den Dom.
Einen besseren Abschluss unseres Hamburg-Törns kann es nicht geben.
Es wird geschossen was das Zeug hält. Rita ist wie besessen von den elektronischen Gewehren.
Mit unseren Astra Kronen fallen wir auf wie bunte Hunde.
So, bleibt nur noch zu sagen, das man uns in der Marina schon mit frisch geräucherten Forellen erwartete. Bei einem guten Schluck nehmen wir Abschied!



PS
Für die Bevölkerung von Hamburg und den umliegenden Dörfern bestand zu keiner Zeit eine Gefahr!!!!